Wenn draußen die Temperaturen sinken, verbringen wir wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen. Gleichzeitig nehmen Atemwegsinfektionen wie Erkältungen, Grippe und COVID-19 in Herbst und Winter zu. Für ältere Menschen und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen können Infektionen belastender verlaufen als für gesunde Erwachsene.
Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, kann deshalb schon mit kleinen Veränderungen im Alltag dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko zu verringern. Dabei geht es nicht darum, den Haushalt ständig zu desinfizieren oder jeden Kontakt zu vermeiden. Viel wichtiger sind einige einfache Maßnahmen, die sich gut in den Pflegealltag integrieren lassen.
Hände kommen im Pflegealltag mit vielen verschiedenen Oberflächen und Materialien in Kontakt. Deshalb gehört eine gute Händehygiene zu den wichtigsten Maßnahmen, um Krankheitserreger nicht weiterzugeben.
Waschen Sie Ihre Hände insbesondere:
Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife ist im Alltag eine wichtige Grundlage. Händedesinfektionsmittel können zusätzlich sinnvoll sein, wenn Händewaschen gerade nicht möglich ist oder eine bestimmte Pflegesituation dies erfordert.
Dabei gilt: Gute Hygiene bedeutet nicht, die Hände bei jeder Gelegenheit zu desinfizieren. Entscheidend ist, die richtigen Situationen im Blick zu haben und die Hände dann gründlich zu reinigen.
Im Herbst und Winter werden Räume wieder häufiger geschlossen gehalten. Dadurch können sich Atemwegserreger in Innenräumen leichter verbreiten.
Regelmäßiges Stoßlüften kann helfen, die Übertragungswahrscheinlichkeit zu reduzieren. Öffnen Sie dafür die Fenster für einige Minuten weit und sorgen Sie anschließend wieder für eine angenehme Raumtemperatur.
Besonders wichtig ist das Lüften in Räumen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten. Das gilt zum Beispiel auch dann, wenn Angehörige, Freunde oder Pflegekräfte zu Besuch kommen.
Eine Erkältung lässt sich im gemeinsamen Haushalt nicht immer vermeiden. Trotzdem können Sie das Ansteckungsrisiko reduzieren, wenn jemand in der Familie Krankheitssymptome entwickelt.
Wer selbst hustet oder niest, sollte möglichst Abstand zu anderen halten und auf eine gute Husten- und Nieshygiene achten. Ein Taschentuch oder die Armbeuge schützt dabei besser als die Hand.
Bei engem, unvermeidbarem Kontakt zu einer pflegebedürftigen oder besonders gefährdeten Person kann außerdem eine medizinische Maske zum Fremdschutz sinnvoll sein.
Das gilt beispielsweise, wenn Sie selbst akute Atemwegssymptome haben und Ihren Angehörigen trotzdem bei der Körperpflege oder bei anderen notwendigen Tätigkeiten unterstützen müssen.
Wenn ein Infekt im Haushalt auftritt, entsteht schnell der Eindruck, möglichst jede Oberfläche regelmäßig desinfizieren zu müssen. Im normalen häuslichen Alltag ist das jedoch nicht notwendig.
Viel wichtiger ist es, Hygienemaßnahmen gezielt einzusetzen. Dazu gehören vor allem eine gute Händehygiene und das Reinigen häufig berührter Oberflächen, wenn dies aufgrund der konkreten Situation sinnvoll ist.
Türklinken, Lichtschalter oder andere gemeinsam genutzte Gegenstände können bei einer akuten Infektion im Haushalt stärker in den Blick genommen werden. Eine tägliche Komplettdesinfektion der Wohnung ist dagegen normalerweise nicht erforderlich.
Infektionsschutz soll den Pflegealltag unterstützen – nicht ihn unnötig kompliziert machen.
Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt, gemeinsam mit der behandelnden Arztpraxis den Impfstatus zu überprüfen.
Für ältere Menschen gibt es verschiedene Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Dazu gehören unter anderem Impfungen gegen Influenza und Pneumokokken. Auch für RSV und COVID-19 bestehen Empfehlungen für bestimmte Alters- und Risikogruppen. Welche Impfungen im individuellen Fall sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Alter, von Vorerkrankungen und vom bisherigen Impfstatus ab.
Für Menschen ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO unter anderem die jährliche Influenza-Impfung sowie eine Pneumokokken-Impfung. Eine RSV-Impfung wird als Standardimpfung ab 75 Jahren empfohlen; für bestimmte Personen zwischen 60 und 74 Jahren besteht eine Indikationsimpfempfehlung. Die COVID-19-Empfehlung wurde 2026 aktualisiert und gilt als Standardimpfung ebenfalls ab 75 Jahren sowie für bestimmte Risikogruppen.
Eine kurze Rücksprache mit der Arztpraxis kann deshalb helfen, den persönlichen Impfstatus richtig einzuordnen.
Auch die benötigten Pflegehilfsmittel sollten vor Beginn der Erkältungssaison einmal überprüft werden.
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel können beispielsweise Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen umfassen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen übernimmt die Pflegekasse dafür aktuell bis zu 42 Euro monatlich. (BMG)
Wer bereits entsprechende Hilfsmittel nutzt, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, ob die Versorgung noch ausreicht und gegebenenfalls die Nachbestellung organisieren.
Ein kleiner Vorrat an wichtigen Dingen kann gerade dann hilfreich sein, wenn kurzfristig eine Erkrankung auftritt.
Sinnvoll kann es sein, zu überprüfen, ob beispielsweise
Auch ein kleiner Plan für den Krankheitsfall kann entlasten: Wer könnte kurzfristig einspringen, wenn die übliche Pflegeperson selbst krank wird? Wer könnte Einkäufe oder Besorgungen übernehmen?
Je früher solche Fragen geklärt sind, desto weniger muss im Krankheitsfall improvisiert werden.
Infektionsschutz ist ein wichtiger Teil des Pflegealltags – aber gerade in der Erkältungssaison kann die Versorgung eines Angehörigen zusätzlich fordern.
Wenn Sie selbst krank werden, Unterstützung bei der täglichen Pflege benötigen oder sich die Versorgung Ihres Angehörigen zunehmend schwieriger gestaltet, kann ambulante Pflege eine wertvolle Entlastung sein.
Solitas unterstützt Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dabei, den Alltag zu Hause möglichst selbstbestimmt und gut begleitet zu gestalten. Wenn Sie wissen möchten, welche Unterstützung in Ihrer persönlichen Situation möglich ist, beraten wir Sie gerne.