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Die 5 wichtigsten Fragen zum neuen Klinik-Atlas

Steht eine geplante Behandlung oder Operation an, fragen sich viele Patienten, welche Klinik dafür am besten geeignet ist. Der neue Klinik-Atlas, der in der vergangenen Woche online ging, soll dabei helfen. Welche Vorteile das neue Tool für Patienten bietet und warum es dennoch Kritik gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist der Klinik-Atlas?

Der Bundes-Klinik-Atlas ist ein Online-Tool, das interaktiv zentrale Parameter über Krankenhäuser, ihre Behandlungen sowie deren Häufigkeit anzeigt. Er ist Teil des Krankenhaustransparenzgesetzes, das Ende März 2024 in Kraft trat. Aktuell sind rund 1.700 Kliniken gelistet. Die von ihnen gemeldeten Daten werden vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen aufbereitet.

Wofür brauchen Patienten den Klinik-Atlas?

Welche Klinik sich auf welche Behandlungen spezialisiert hat, ist für Patienten oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Doch wer sich einer komplexen und herausfordernden Behandlungen unterziehen muss, ist darauf angewiesen, dass er oder sie von Experten unterstützt wird. Hier setzt der Klinik-Atlas an und ermöglicht es Patienten, Kliniken nach ihren Spezialgebieten und entsprechender Erfahrung zu filtern. Der Krankenhaus-Atlas zeigt folgende Parameter an:

  • Wie oft führt eine Klinik bestimmte Eingriffe durch bzw. wie oft werden Patienten mit einem bestimmten Krankheitsbild behandelt?
  • Wie ist der Personalschlüssel in der gesamten Klinik?
  • Welche Zertifikate oder Qualitätssiegel kann das Krankenhaus vorweisen? (z.B. als Darmkrebszentrum oder für spezialisierte Schlaganfalleinheiten)
  • Wie hoch ist die Rate der Komplikationen? (Diese Zahl ist laut Fachleuten jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da sie unter Umständen wenig aussagekräftig ist)

Wie benutze ich den Klinik-Atlas?

Patienten geben auf der Startseite des Bundes-Klinik-Atlas ein, welches Krankheitsbild bzw. welche OP sie interessiert und können die Suche regional eingrenzen (nach Bundesland oder auch nach Postleitzahl). Anschließend öffnet sich eine Übersicht über in Frage kommende Kliniken, auf der bereits wichtige Kennzahlen wie Behandlungsfälle und Pflegepersonalquotient ersichtlich sind. Aus der Liste können Patienten nun mehrere Kliniken auswählen und miteinander vergleichen. In diesem zweiten Schritt sind dann auch weitere Parameter dargestellt, nämlich die schon erwähnten Zertifikate sowie die in der jeweiligen Klinik vorhandene Stufe der Notfallversorgung.

Zu beachten ist aber, dass der Klinik-Atlas nicht die alleinige Grundlage für die Entscheidung für oder gegen eine Klinik sein sollte. Nach wie vor sollten sich Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, um die bestmögliche Lösung zu finden.

Gibt es solche Verzeichnisse nicht schon?

Es ist tatsächlich keine neue Idee, Klinikdaten online zur Verfügung zu stellen. Bisher gab es beispielsweise die “Weisse Liste” der Bertelsmann Stiftung. Diese gab einen Überblick über Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen. Sie war allerdings in der breiten Bevölkerung nicht hinreichend bekannt und wurde nun zugunsten des Klinik-Atlas eingestellt. Von Letzterem erhoffen sich Gesundheitsministerium und Patientenvertreter, dass er mehr Strahlkraft entwickelt und die Patientenströme zu den Kliniken besser lenken kann.

Warum gibt es Kritik am Klinik-Atlas?

Kritische Stimmen kommen zum Beispiel aus den Reihen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Diese betreibt ebenfalls ein Online-Portal (Deutsches Krankenhausverzeichnis), das nach eigenen Angaben etwa 500.000 Abrufe monatlich aufweist. DKG-Vorsitzender Gerald Gaß erklärte zum neuen Klinik-Atlas, er werde nicht gebraucht, da er keine neuen Erkenntnisse über die DKG-Daten hinaus bringe, dafür aber mehr Bürokratie in den Kliniken verursache. Das DKG-Verzeichnis biete bereits die geforderte Transparenz im Krankenhaussektor.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht das ganz anders: Ihr reichen die Angaben im Klinikatlas nicht aus. Vorstand Eugen Brysch sagte der dpa, dem Krankenhaus-Atlas würden entscheidende Angaben fehlen. Er hob besonders die Bedeutung der Qualität der Patientensteuerung hervor, die derzeit nicht erfasst werde – wohl auch, weil es noch an Leitlinien mangele, an denen sich die Arbeit an und mit Patienten bewerten lasse.

Stimmen zum Klinik-Atlas enthält auch das folgende Video:

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