Demenz gehört zu den großen Herausforderungen des Alterns – und viele fragen sich: Liegt sie in den Genen oder können wir selbst etwas tun? Die gute Nachricht: Zwar lassen sich nicht alle Risiken ausschalten, doch der Lebensstil spielt eine wichtige Rolle. Viele kleine Entscheidungen im Alltag können einen großen Unterschied machen und das persönliche Demenzrisiko senken – auch dann, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht.
Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, bei denen Gedächtnis, Orientierung und Denkvermögen nachlassen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Demenz. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass eine Kombination aus genetischen, biologischen und lebensstilbedingten Faktoren zur Entstehung beiträgt.
Das Alter ist der stärkste Risikofaktor, und bestimmte genetische Varianten (zum Beispiel das APOE-ε4-Gen) können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Laufe des Lebens zu erkranken. Diese Voraussetzungen lassen sich nicht verändern – aber das Umfeld und die täglichen Gewohnheiten sehr wohl.
Studien zeigen: Bis zu 40 Prozent aller Demenzfälle könnten durch gesunde Lebensweise verhindert oder zumindest deutlich hinausgezögert werden. Damit hat jeder Mensch die Möglichkeit, aktiv etwas für seine geistige Gesundheit zu tun.
Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung kann das Risiko für Demenz nachweislich senken. Besonders die mediterrane Kost mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen und Fisch zeigt in Studien positive Effekte.
Das empfehlen Experten:
Diese Ernährungsweise stärkt Herz und Kreislauf – und was dem Herzen guttut, nützt auch dem Gehirn.
Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, senkt Entzündungswerte und regt den Stoffwechsel im Gehirn an. Schon tägliche Spaziergänge, leichtes Gymnastiktraining oder Radfahren helfen, das Risiko zu reduzieren.
Empfohlen werden etwa 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – wichtig ist vor allem die Regelmäßigkeit. Auch kleine Einheiten im Alltag wirken sich positiv aus.
Geistige Aktivität hält das Gehirn in Schwung. Lesen, Rätseln, Musizieren oder einfach Neues zu lernen, regt die Nervenzellen an. Ebenso wichtig sind soziale Kontakte: Gespräche, gemeinsames Essen oder kleine Unternehmungen schützen vor Isolation und fördern das Denkvermögen. Forscher wissen heute, dass soziale Aktivität einer der stärksten Schutzfaktoren ist – sie hält das Gehirn flexibel und das Gemüt stabil.
Demenz ist keine unvermeidbare Folge des Alters. Auch wenn genetische Faktoren eine Rolle spielen, haben Lebensweise, Ernährung und geistige Aktivität enormen Einfluss. Mit bewussten Routinen – sei es Bewegung, gesunde Ernährung oder soziale Teilhabe – können Sie Ihr Demenzrisiko wirksam senken und Ihre geistige Gesundheit langfristig fördern.